Institut für Bienenkunde

Das Entwurfskonzept fußt auf dem Glauben, dass Architektur nicht losgelöst von Freiraumgestaltung und ökologischen Konzepten entwickelt wird, sondern vielmehr ein integraler Bestandteil dieser ist. Die Gebäudekörper betten sich als lose arrangiertes Ensemble in den Freiraum ein und verschränken sowie verschmelzen vielmehr mit diesem zu einer Einheit. Das Gebäudeensemble ist umgeben von einem vertikalen Garten -einem Rahmen gleich- aus lose arrangierten, senkrechten Pfählen, die als Rankgerüst für unterschiedlichste Kletterpflanzen ein schnell wachsendes vertikales Biotop für Bienen, Insekten und Vögel kreieren. Diese sollen Heimstätte für Bienen, Insekten und Vögel werden. So können den Besuchern entlang des didaktische Rundweges vielseitige, ökologische Zusammenhänge anschaulich erläutert werden. Insbesondere besteht hier die Möglichkeit, unterschiedlichste Pflanzen auf engstem Raum anzusiedeln und so einen ökologisch reichhaltigen Garten zu erschaffen.

Das Institut für Bienenkunde ist somit in einen grünen vertikalen Garten eingefügt, welcher die Gebäude -einem grünen Schleier gleich- je nach Blickrichtung mehr oder weniger verdeckt. Durch die unregelmäßige Platzierung der Gebäude ergeben sich eine Vielzahl unterschiedlichster Ansichten, Zwischenräume und Wahrnehmungen der Gebäude, die manchmal klar hervorzutreten scheinen und sich an anderen Stellen hinter der Vegetation verstecken.

Ein weiteres Element des öffentlichen Raumes und didaktischen Rundweges stellt ein großer Blumengarten im hinteren Teil des Grundstückes dar. Dieser soll einem Setzkasten gleich mittels Hochbeeten Heimstätte unzähliger Blumen und Kräuter werden. Hier könnte auch das Bienenhaus aufgestellt werden, welches sich dort über dem Blumen- und Kräutergarten nach Süden ausrichtet. Weiter östlich schließt sich hinter dichter Vegetation der private, nicht öffentlich zugängliche Bereich der Gärten und die Bienenhaltung an.

Das vorgegebene Raumprogramm wurde auf vier frei angeordnete, ein- bis zweigeschossige Gebäudekörper verteilt, die sich an zentraler Stelle durch einen mit Oberlichtern versehenen Innenhof arrangieren, der als zentraler Verteiler die Zirkulation des Ensembles regelt und an die Eingangslobby angeschlossen ist. Sowohl das Parken für Besucher und Mitarbeiter, als auch die Bereiche der Anlieferung wurden zur Nordseite verschoben, sodass sie sich der Blickbeziehung vom Haupteingang entziehen. Entlang der Westseite wurde neben dem erhaltenswerten, wunderschönen Kirschbaum der Haupteingang mit Foyer verortet. Hier befinden sich auch Vorfahrten für Taxi und Bus, die z.B. Schulklassen ein bequemes Ein- und Aussteigen neben dem zentralen Eingang ermöglichen.

Klient

Polytechnische Gesellschaft e.V.

Standort

Frankfurt am Main, Deutschland

Jahr

2018

Aufgabe

Design-Wettbewerb

Programme

Öffentlicher Raum, Forschung & Lehre, Bienenzucht

Status

Wettbewerb

Area

5.023 m 2 GFA